Kathrin Stephan

Kathrin Stephan

Mein Name ist Kathrin Stephan. Ich praktiziere als psychologische Psychotherapeutin in Tübingen. Viele Jahre habe ich in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie auf verschiedenen Stationen (davon über 8 Jahre in der Akutpsychiatrie) gearbeitet, was mich sehr erfüllte. Aus Begeisterung an meinem Beruf, der gleichzeitig für mich eine Berufung ist, lernte ich immer wieder neue Therapiemethoden kennen. Ich machte verschiedene Zusatzausbildungen, um meinen „Handwerkskoffer“ zu erweitern. Das Ziel war immer, verschiedenen Personen möglichst verschiedene und für sie passende Methode anbieten zu können.

Zu meinem Methodenkoffer gehören heute folgende Richtungen:
Verhaltenstherapie / kognitive Verhaltenstherapie (TAVT)
Klinische Hypnose, Hypnotherapie (Milton Erickson Gesellschaft)
Ego-State-Therapie (nach Dr. John Watkins / Dr. Woltemade Hartmann – EST-A)
Somatic Experiencing (körperorientierte Psychotherapie nach Peter Levine)
Energetische Psychotherapie (EDxTM nach Fred Gallo)
Traumatherapie (nach Michaela Huber)
EMDR (Eye Movement Desentization and Reprocessing nach den Richtlinien der EMDRIA)
IACD (Induced after-death communication nach Dr. Allan Botkin)
Entspannungsverfahren: Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung (nach Jacobson)

Die heutige Psychotherapie basiert hauptsächlich auf den Bausteinen Kognition (Denken), Emotion (Fühlen) und Verhalten. In den letzten Jahren kam zunehmend das Bewusstsein für den Körper hinzu. Was uns aber aus meiner Sicht noch fehlt ist die Verbindung zu etwas Höherem. Es ist die Dimension dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dies können wir z.B. „Spiritualität“, „Seelenheimat“ oder „Glaube“ nennen.

In der Psychotherapie darf dies bis heute nur soweit Thema sein, als der/die Patient/-in dort abgeholt werden darf, wo er/sie im eigenen Weltbild steht. Patienten sind heute aber in dieser Hinsicht manchmal haltlos und hilflos. Und besonders im Schmerz nach einem schweren Verlust sind sie selbst in dem stark verunsichert, was für sie vorher noch selbstverständlich war. (Natürlich darf es nie darum gehen, dem Patienten ein Weltbild überzustülpen oder ihn gar zu missionieren! Besonders in dieser vulnerablen Phase sollten sie geschützt werden. Denn genau dafür gibt es ja diese Regeln, die aber in dieser Form leider auch viel anderes verhindern).

Einer der größten Schmerzen in unserem Leben entsteht, wenn Liebe nicht mehr erwidert wird, durch Trennung oder Tod. An diesem Punkt kommen Menschen häufig zur Psychotherapie. Jede/r, der so einen Schmerz erlebt hat, versteht, wie unendlich schwer es ist, wieder auf die Beine zu kommen und den eigenen Weg aus der Fülle wieder weiter in die Zukunft zu gehen.

Würden die Menschen in tiefster Trauer noch die eine oder andere Antwort ihres geliebten Menschen (oder Tieres) erhalten, oder wüssten sie, wie es ihm ging, als er „verstorben“ ist, oder auch ganz grundlegend, an was er oder sie verstorben ist, dann würde das manch verzweifeltes Gedankenkreisen lösen können. Und könnte die trauernde Person sogar für sich Gewissheit erlangen, dass der Verstorbene nur den Körper hinter sich gelassen hat, aber als Seele weiter existiert und noch Anteil an dessen Leben nimmt, dann ist das eine grundlegende andere Realität für den Trauernden.

Die Trauer ist trotzdem unendlich tief und schmerzhaft, aber es kann der Prozess dann ganz anders in Gang kommen und durchlaufen werden. Und dazu brauchen wir genau die Forschung, die Herr Prof. Oliver Lazar mit der EREAMS-Studie begonnen hat und die Arbeit von sehr guten Medien wie Frau Bettina-Suvi Rode und Frau Tanja Schlömer. Denn was anfangs vielleicht so dahergeredet, unrealistisch, verklärt oder an den Haaren herbei gezogen klingen mag, wird im Kontakt mit einem seriösen und guten Medium Realität. Wenn das Medium Beweise erbringen kann, die es wirklich nicht wissen konnte. Es gab einige Aussagen, die dennoch nur über den/ die Verstorbene hätten übermittelt bekommen können. Diese waren selbst mit Cold oder Hot Reading nicht erklärbar, weil es sich um signifikante in der Zukunft liegende Ereignisse handelte, die weder Medium noch dem Klienten bekannt sein konnten. Erst an dem Punkt kann es glaubhaft und unendlich spannend werden – und allem voran v.a. sehr tröstlich.

Wir bilden noch immer eine Gesellschaft, in der der Tod weitgehend tabuisiert wird, obwohl in Deutschland schon lange im Durchschnitt ca. 2.500 Menschen pro Tag an verschiedensten Ursachen sterben. Der Tod ist die einzig wahre sichere Tatsache im Leben eines jeden Menschen. Wollen wir das tatsächlich weiterhin tabuisieren? Oder sollten wir nicht den „Tod“ in unser Leben integrieren, uns damit auseinandersetzen, wie es danach weitergeht – und dadurch sogar die Ängste vor dem eigenen physischen Aus verlieren können? (Was nicht mit der Angst vor der Art des Sterbens gleich zu setzen ist.) Auch unser Leben im Hier und Jetzt kann dadurch intensiver werden, da wir mit etwas Besonderem auch anders umgehen lernen.

Wir könnten vielen Menschen mehr helfen, wenn wir die spirituelle Dimension in unser Leben und in die Therapien integrieren dürften. Wenn das unendliche Weiterexistieren unserer Seelen auch in unserer Gesellschaft zunehmend eine selbstverständlichere Sichtweise zum Thema Tod entwickelte, könnten Menschen mehr Hilfe annehmen und in schwierigen Situationen besser akzeptieren. Es versteht sich von selbst, dass den Patienten kein bestimmtes Weltbild oder eine Religion suggeriert werden darf.

Ich begrüße es sehr, wenn Spiritualität wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Vielleicht wäre es eine Perspektive für die Zukunft, dass der Gesellschaft generell und den Menschen auch im Rahmen der Psychotherapie diese spirituellen Inhalte als wertvolle Dimension zur Verfügung stehen können. Zumindest wäre es dies für Diejenigen, für die es angemessen und hilfreich ist. Ich freue mich sehr, dass das Thema des Lebens nach dem Tod inzwischen auch in den gängigen Medien zunehmend Einzug hält, und so z.B. im Sommer 2020 das Nachtcafé gleich zwei Sendungen dazu ausstrahlte.

Insofern ist es mir ein Herzensanliegen, dass die Spiritualität auch in der Psychotherapie in Zukunft einen Platz bekommen und Realität werden darf. Damit dies für Menschen, für die es wichtig und passend ist (und nur für die), eine trostvolle Unterstützung sein darf.

Mir ist es eine Freude, im EREAMS-Team dabei zu sein und dieses tolle Team an Menschen, die so wundervolle Arbeit leisten, unterstützen zu dürfen.